Erbauseinandersetzung

Inhalt

  1. Erbauseinandersetzung - Begriff
  2. Was sind die häufigsten Fragen zur Erbauseinandersetzung?
  3. Wie erfolgt die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft?

Erbauseinandersetzung - Begriff

Unter einer Erbauseinandersetzung wird die Aufteilung des Vermögens aus einem Nachlass nach einer verstorbenen Person unter den Mitgliedern einer Erbengemeinschaft verstanden. Eine Erbengemeinschaft entsteht immer wenn mehrere Personen zu Erben berufen sind. Sie ist bereits nach dem Gesetz von vornherein auf Auseinandersetzung angelegt; jeder einzelne von mehreren Miterben kann unabhängig von der Größe seines Erbteils gem. § 2042 Abs.1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) jederzeit die Auseinandersetzung verlangen.

 

Die Erbauseinandersetzung, also die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft und eines Nachlasses, bereitet in der erbrechtlichen Praxis erhebliches Konfliktpotential. In der Regel gestaltet sich die Auseinandersetzung desto schwieriger, je mehr Miterben beteiligt sind, was allein schon dadurch begründet ist, dass einzelne Erben stets unterschiedliche Interessen verfolgen und sich häufig auch von persönlichen Emotionen statt von rein sachlichen Erwägungen leiten lassen. Ohne eine Begleitung der Miterben durch jeweils einen auf Erbrecht spezialisierten Rechtanwalt oder Fachanwalt für Erbrecht kann sich die Auseinandersetzung so über Jahre, manchmal sogar über Jahrzehnte hinziehen und teure Gerichtsverfahren mit sich bringen.


Was sind die häufigsten Fragen zur Erbauseinandersetzung?

Die häufigsten Fragen zur Erbauseinandersetzung sind:

  • wie und nach welchen Regeln die Auseinandersetzung eine Erbengemeinschaft erfolgen und durchgesetzt werden kann,
  • ob auch eine nur teilweise Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft beansprucht werden kann,
  • was unter einer sog. „Abschichtungslösung“ verstanden wird,
  • ob der Erblasser die Auseinandersetzung verbieten kann und wann eine solche Anordnung angenommen werden kann,
  • ob die Erben eine Erbauseinandersetzung einschränken oder ausschließen können,
  • wann Miterben die Teilungsversteigerung von in den Nachlass fallenden Immobilien durchsetzen können,
  • in welcher Weise eine Erbauseinandersetzungsklage bzw. Erbteilungsklage erhoben werden muss,
  • ob und Wann der Erbauseinandersetzungsanspruch der Verjährung unterliegt.

Wie erfolgt die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft?

Die (einvernehmliche) Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft erfolgt durch einen sog. Erbauseinandersetzungsvertrag, in welchem nach einem Teilungsplan geregelt wird, wie das gemeinschaftlich ererbte Vermögen, nämlich der Nachlass, unter den einzelnen Miterben aufgeteilt und damit die Gemeinschaft aufgelöst wird. In der Gestaltung dieses Auseinandersetzungsvertrags sind die Erben völlig frei und können sich sogar über letztwillige Anordnungen des Erblassers, wie z.B. über angeordnete Erbquoten, getroffene Teilungsanordnungen oder ein Verbot der Auseinandersetzung hinwegsetzen. Daneben besteht alternativ auch die Möglichkeit, dass Miterben ihren Erbteil auf Dritte übertragen, also eine Erbanteilsübertragung gem. § 2033 Abs.1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) vornehmen oder zur sog. "Abschichtung" greifen und so aus der Erbengemeinschaft ausscheiden.